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Problemlösung

Bürostuhl quietscht: wo ölen und was sonst hilft

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Ein quietschender Bürostuhl stört bei jeder Bewegung, beim Zurücklehnen genauso wie beim Drehen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt kein Defekt dahinter, sondern eine lockere Schraube, eine trockene Stelle an der Mechanik oder Schmutz an den Rollen. Dieser Artikel zeigt, wie Sie das Geräusch systematisch orten, welches Schmiermittel wohin gehört und wann es sinnvoller ist, ein Teil zu tauschen. Sie brauchen dafür meist nur einen Inbusschlüssel, einen Schraubendreher, ein Tuch und ein passendes Schmiermittel.

Schritt 1: das Geräusch orten

Bevor Sie zum Spray greifen, lohnt sich eine kurze Diagnose. Ein Stuhl hat mehrere bewegliche Stellen, und Öl an der falschen Stelle hilft nicht, sondern zieht nur Staub an. Setzen Sie sich und bewegen Sie jeweils nur ein Teil.

Schritt 2: Schrauben nachziehen

Lockere Schrauben sind die häufigste Ursache. Durch tägliches Hin- und Herbewegen arbeiten sich die Verbindungen zwischen Sitzplatte und Mechanik, zwischen Mechanik und Rückenlehne sowie an den Armlehnen langsam los. Die Teile reiben dann aneinander und knarzen.

Drehen Sie den Stuhl am besten auf den Kopf oder legen Sie ihn auf die Seite. Ziehen Sie jede erreichbare Schraube fest an, aber nicht mit Gewalt, damit kein Gewinde in Holz oder Kunststoff ausreißt. Fehlen Unterlegscheiben oder sind Schrauben verloren gegangen, besorgen Sie passenden Ersatz; der Hersteller nennt die Größen oft in der Montageanleitung.

Hinweis:Lösen Sie keine Schrauben an der Gasfeder und versuchen Sie nicht, sie zu öffnen. Sie steht unter Druck.

Schritt 3: richtig schmieren

Ist alles fest und das Quietschen bleibt, sind meist trockene Gelenke die Ursache. Geeignet sind Silikonspray oder ein säurefreies Fett wie Teflon- oder Lithiumfett. Universalöle mit Kriechwirkung verteilen sich weit, ziehen Schmutz an und können Kunststoffe angreifen; sie sind für Stuhlmechaniken weniger geeignet.

Schmieren Sie sparsam und gezielt. Ein kurzer Sprühstoß oder ein kleiner Fetttupfer an der Gelenkstelle reicht. Bewegen Sie das Teil danach mehrmals, damit sich das Mittel verteilt, und wischen Sie Überschuss sofort ab.

  1. 1

    Stuhl auf eine Unterlage legen, Polster und Boden mit einem Tuch abdecken.

  2. 2

    Gelenke und Federn der Mechanik unter dem Sitz von Staub befreien.

  3. 3

    Silikonspray mit Sprühröhrchen gezielt auf Drehpunkte, Federn und Gleitstellen geben.

  4. 4

    Mechanik mehrmals durchbewegen, also Rückenlehne nach hinten drücken und loslassen.

  5. 5

    Überschüssiges Mittel abwischen und den Stuhl Probe sitzen.

Sonderfall Gasfeder: quietscht beim Drehen

Quietscht der Stuhl vor allem beim Drehen, reibt oft das Kolbenrohr der Gasfeder im Fußkreuz oder die Feder in ihrer Aufnahme an der Mechanik. Fahren Sie den Sitz ganz nach oben, damit möglichst viel vom glänzenden Rohr sichtbar ist. Wischen Sie es sauber und geben Sie einen dünnen Film Silikonspray darauf. Fahren Sie den Sitz dann mehrmals hoch und runter.

Hilft das nicht, kann auch die Verbindung der Feder im Fußkreuz knarzen. Sinkt der Stuhl zusätzlich langsam ab, ist die Gasfeder selbst verschlissen; mehr dazu im Artikel Bürostuhl sinkt ab und in der Anleitung zum Gasdruckfeder wechseln.

Rollen: Geräusche beim Fahren

Rollen machen eher rattern oder schleifen als quietschen, aber die Ursache ist oft dieselbe: Haare, Teppichfasern und Staub wickeln sich um die Achse. Ziehen Sie die Rollen ab, die meisten stecken nur mit einem Stift im Fußkreuz, und reinigen Sie sie. Öl auf der Lauffläche ist keine gute Idee, weil der Stuhl dann rutscht und Boden oder Teppich Flecken bekommen.

Sind die Laufflächen ausgefranst oder die Rollen schwergängig, lohnt sich der Tausch. Wie das geht und welche Rollen zu welchem Boden passen, erklärt der Artikel zum Rollen wechseln. Auf empfindlichen Böden hilft zusätzlich eine Bodenschutzmatte.

Wann sich Reparatur nicht mehr lohnt

Knarzt die Mechanik trotz Schmierung, hat sie Spiel oder sind Kunststoffteile gerissen, ist ein Ersatz der Mechanik oder des Stuhls sinnvoll. Bei Markenstühlen gibt es Mechaniken, Armlehnen und Gasfedern oft als Ersatzteil. Bei sehr günstigen Stühlen sind Ersatzteile häufig nicht erhältlich.

Wenn Sie ohnehin einen neuen Stuhl brauchen, lohnt sich ein Blick auf die besten ergonomischen Bürostühle oder auf Premium-Bürostühle, bei denen Hersteller lange Garantiezeiten und Ersatzteilversorgung anbieten. Wie lange ein Stuhl in der Regel hält, beschreibt der Artikel Wie lange hält ein Bürostuhl?.

Häufige Fragen

Wo ölt man einen Bürostuhl? An den Gelenken und Federn der Mechanik unter dem Sitz und am sichtbaren Kolbenrohr der Gasfeder. Nicht an Polster, Netzbezug oder Rollenlaufflächen.

Welches Mittel ist das richtige? Silikonspray oder säurefreies Fett. Kriechöle sind weniger geeignet, weil sie Staub binden und manche Kunststoffe angreifen können.

Warum quietscht der Stuhl nur beim Zurücklehnen? Dann arbeitet die Mechanik, die Sitz und Rückenlehne verbindet. Meist sind Schrauben locker oder die Drehpunkte trocken. Erst nachziehen, dann schmieren.

Erlischt die Garantie, wenn ich schmiere? Normale Pflege wie Nachziehen und Schmieren ist in der Regel unproblematisch. Öffnen Sie aber keine Mechanik oder Gasfeder und lesen Sie im Zweifel die Garantiebedingungen des Herstellers.

Was Sie dafür brauchen